Vom Ausprobieren zum Landessieg: Cottbuser Nachwuchsbäcker findet seinen Beruf

Moritz C. F. Graf zu Lynar hat seinen beruflichen Weg nicht geradlinig gefunden. Nach der elften Klasse verließ er das Gymnasium und sammelte zunächst praktische Erfahrungen. Inzwischen ist der 21-Jährige im Bäckerhandwerk erfolgreich: Nach Angaben der Handwerkskammer Cottbus gewann er den Landeswettbewerb des Berufsnachwuchses. Ausgebildet wurde er in der BIO-Bäckerei Schmidt in Cottbus.

Bevor die Entscheidung für den Beruf fiel, lernte Graf zu Lynar unterschiedliche Arbeitsbereiche kennen. Dazu gehörten nach Darstellung der Kammer Erfahrungen im Zimmerer- und im Bäckerhandwerk. Der Einstieg in die Bäckerei führte über eine Einstiegsqualifizierung.

Ein solcher vorbereitender Weg kann jungen Menschen helfen, einen Beruf im Arbeitsalltag kennenzulernen. Statt sich allein auf eine Beschreibung zu verlassen, erleben sie die Abläufe im Betrieb. Zugleich kann der Ausbildungsbetrieb sehen, wie Interesse, Arbeitsweise und praktische Anforderungen zusammenpassen. Im Fall des Cottbusers entwickelte sich daraus eine erfolgreiche Ausbildung.

Handwerk verlangt Genauigkeit und Routine

Das Bäckerhandwerk verbindet praktische Fertigkeiten mit sorgfältiger Planung. Zutaten müssen verarbeitet, Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt und Ergebnisse zuverlässig beurteilt werden. Ein guter Teig allein genügt nicht, wenn Zeitabläufe oder die weitere Verarbeitung nicht stimmen.

Berufswettbewerbe machen solche Fähigkeiten sichtbar. Der von der Kammer gemeldete Landessieg bezieht sich auf den Nachwuchswettbewerb. Er ist damit eine Auszeichnung für die berufliche Leistung eines jungen Fachmanns und keine Bewertung sämtlicher Bäckereien oder aller Bäcker im Land.

Die Ausbildung absolvierte Graf zu Lynar bei der BIO-Bäckerei Schmidt. Inhaberin und Ausbilderin Diana Lewandowski begleitete ihn auf diesem Weg. Der Erfolg steht deshalb auch für die Rolle des Ausbildungsbetriebs: Handwerkliche Fähigkeiten entstehen durch wiederholte Praxis, Rückmeldungen und die Möglichkeit, schrittweise anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen.

Für junge Menschen in der Berufsorientierung ist daran vor allem interessant, dass eine zunächst offene Entscheidung zu einem passenden Ausbildungsweg führen kann. Der Wechsel von der Schule in einen praktischen Beruf bedeutet nicht, dass die Entwicklung damit abgeschlossen ist. Im Handwerk können sich weitere fachliche und berufliche Schritte anschließen.

Der Landessieg öffnet eine weitere Wettbewerbsstufe

Der Landeswettbewerb fand am 8. Oktober statt; die Kammer informierte darüber am 15. Oktober. Als nächste Stufe nennt sie die Teilnahme am Bundeswettbewerb in Weinheim. Ein Ergebnis auf Bundesebene lag zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht vor.

Die Geschichte des Nachwuchsbäckers bleibt auch unabhängig vom nächsten Wettbewerb aussagekräftig. Sie zeigt einen Weg über praktische Orientierung und eine Einstiegsqualifizierung in eine erfolgreiche Ausbildung. Für Betriebe und Jugendliche in der Region ist das ein konkretes Beispiel dafür, wie sich berufliche Interessen erst im Tun entwickeln und anschließend vertiefen können.

Red/PM
Bild: Christian Taubert