Neue Fertigungstechniken für Lausitzer Betriebe: BTU erhält 16,1 Millionen Euro

Die BTU Cottbus–Senftenberg will Unternehmen in der Lausitz den Zugang zu neuen Fertigungstechniken erleichtern. Für das Vorhaben chesco taf II stehen nach Angaben der Universität 16,1 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm STARK zur Verfügung. Die Förderung läuft bis Mitte 2030. Sie soll vor allem Wissenstransfer, Zusammenarbeit und berufliche Weiterbildung ermöglichen.

Zwischen einer neuen technischen Möglichkeit und ihrer Anwendung in einem Unternehmen liegen häufig viele praktische Fragen. Passt ein Verfahren zum eigenen Produkt? Welche Kenntnisse brauchen die Beschäftigten? Und wie verändert sich die Herstellung, wenn Bauteile anders entwickelt oder produziert werden?

Das Projekt setzt an dieser Schnittstelle an. Mehr als 30 Fachgebiete der Universität sollen ihre Kenntnisse einbringen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, sich mit wissenschaftlichen Einrichtungen über neue Produktionsansätze auszutauschen. Die Forschung soll nicht allein innerhalb der Hochschule bleiben, sondern für regionale Betriebe nutzbar werden.

Was additive Fertigung leisten kann

Zu den behandelten Verfahren gehört die additive Fertigung, häufig als 3D-Druck bezeichnet. Dabei werden Bauteile schrittweise aufgebaut. Im Projekt geht es sowohl um Kunststoffe als auch um Metalle. Welche Technik geeignet ist, hängt vom Material, der Bauteilgeometrie und den Anforderungen an das spätere Produkt ab.

Für einen Betrieb ergibt sich daraus keine pauschale Empfehlung, vorhandene Maschinen zu ersetzen. Neue Verfahren müssen zu konkreten Aufgaben passen. Gerade deshalb sind Erprobung, fachlicher Austausch und Weiterbildung Bestandteile des Vorhabens. Sie können helfen, Chancen und Grenzen zu beurteilen, bevor eine eigene Investitionsentscheidung ansteht.

Die BTU plant modulare Angebote zur beruflichen Qualifizierung. Beschäftigte sollen sich Wissen zu neuen Fertigungstechniken aneignen können. Dieser Ansatz berücksichtigt, dass technische Veränderung nicht nur neue Anlagen betrifft. Sie verändert auch die Planung, die Konstruktion und die Anforderungen an die Menschen, die mit den Verfahren arbeiten.

Für die Lausitz ist der Transfer besonders relevant, weil bestehende Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und sich auf veränderte Märkte einstellen müssen. Die Zusammenarbeit mit einer Hochschule kann dabei Orientierung geben. Ob daraus ein neues Produkt oder ein zusätzlicher Auftrag entsteht, bleibt jedoch von den jeweiligen betrieblichen Voraussetzungen abhängig.

Förderung für Transfer, nicht für einen Neubau

Das Vorhaben gehört zum Umfeld des Zentrums für hybride elektrische Antriebssysteme chesco. Für dessen weitere Entwicklung ist auch eine Forschungsfabrik im Lausitz Science Park vorgesehen. Die jetzt angekündigten 16,1 Millionen Euro sollten damit nicht verwechselt werden: Die STARK-Förderung betrifft das nichtinvestive Transfer- und Qualifizierungsprojekt.

Der Unterschied ist für die Einordnung wichtig. Mit der Förderung wird ein mehrjähriges Angebot für Zusammenarbeit und Wissenstransfer ermöglicht. Eine bestimmte Zahl neuer Maschinen in einzelnen Unternehmen oder die Finanzierung des geplanten Gebäudes ist damit nicht zugesagt. Im Kern geht es darum, regionale Betriebe auf ihrem Weg zu neuen Fertigungsmöglichkeiten fachlich zu begleiten.

Red/PM
Bild: BTU / Sascha Thor