Sunfire baut Wasserstoff-Testanlage im Industriepark Lausitz
Schwarzheide. Das Dresdner Wasserstoff-Unternehmen Sunfire errichtet im Industriepark Lausitz in Schwarzheide eine Testanlage für Hochtemperatur-Elektrolyse. Die Anlage soll Ende dieses Jahres in Betrieb gehen und Praxiserfahrungen für den Einsatz der Technologie in industriellen Großprojekten liefern.
Mit dem Projekt gewinnt der Industriepark Lausitz einen weiteren Partner im Bereich Zukunftstechnologien. Sunfire gilt als Spezialist für Elektrolyseure, mit denen grüner Wasserstoff hergestellt werden kann. In Schwarzheide will das Unternehmen seine sogenannte SOEC-Technologie weiter validieren. Dabei handelt es sich um eine Hochtemperatur-Elektrolyse, die besonders effizient arbeiten soll.
„Mit Sunfire gewinnt der Industriepark Lausitz ein weltweit führendes Wasserstoffunternehmen, das die Energiewende aktiv mitgestaltet“, erklärte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH. Die Entscheidung sei ein starkes Signal für die Innovationskraft des Standortes. Die Testanlage stärke die industrielle Wertschöpfung in der Region und den Industriestandort Lausitz.
Auch Sunfire verweist auf die Bedeutung des Projekts für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Die Hochtemperatur-Elektrolyse biete hier große Effizienzvorteile, sagte Christian von Olshausen, CTO von Sunfire. Im Industriepark Lausitz könne das Unternehmen wertvolle Erkenntnisse aus einem realen industriellen Umfeld gewinnen. Die vorhandene Infrastruktur, verfügbare Flächen und die industrielle Expertise vor Ort ermöglichten praxisnahe Langzeittests in industrieller Skalierung.
Die SOEC-Technologie arbeitet mit Betriebstemperaturen von rund 850 Grad Celsius. Nach Unternehmensangaben erreicht sie Wirkungsgrade von bis zu 89 Prozent. Dadurch sollen besonders niedrige Wasserstoffgestehungskosten möglich werden. Sunfire hat nach eigenen Angaben bereits mehrere industrielle Demonstrationsprojekte dieser Technologie umgesetzt.
Die in Schwarzheide eingesetzte Technologie wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Leitprojektes H2Giga weiterentwickelt. Konkret geht es um das Teilprojekt HTEL-MODULE. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen soll die Testanlage nun die industrielle Langzeitvalidierung unter realen Einsatzbedingungen ermöglichen.
Das Projekt ist zugleich Teil der Vorbereitung auf großskalige Anwendungen im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms. Die Europäische Investitionsbank unterstützt die Entwicklung und Industrialisierung der SOEC-Elektrolyseure mit einem Darlehen.
Red, 18.05.26
