DB Cargo schließt Werkstatt in Senftenberg: Stadt kritisiert Entscheidung scharf

Senftenberg. Die Werkstatt des DB-Cargo-Standortes in Senftenberg wird endgültig geschlossen. Das teilte die Stadt Senftenberg am 12. Mai 2026 mit. Letzter Arbeitstag für die Beschäftigten ist der 31. Mai, offiziell geschlossen wird die Werkstatt zum 1. Juni 2026. Bürgermeister Andreas Pfeiffer reagierte mit Empörung und Unverständnis auf die Entscheidung.

Nach Angaben der Stadt sind alle bisherigen Gesprächsversuche von Politik, Stadt und Landkreis mit der Deutschen Bahn erfolglos geblieben. Die Werkstatt stand bereits seit Monaten auf der Kippe. Nun ist klar: Der Standort wird aufgegeben.

Von der Schließung sind insgesamt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Ein Großteil der Belegschaft hat Senftenberg demnach bereits verlassen und neue Arbeitsplätze in Cottbus, Spremberg und Schwarzheide gefunden. Beschäftigte, die bis zur Schließung nicht vermittelt werden konnten, sollen zum 30. Juni 2026 ihre Kündigung erhalten. Vor Ort bleibt lediglich ein kleines mobiles Team von maximal sechs Instandhaltern, das künftig Kleinstreparaturen übernehmen soll.

Die Werkstatt verfügt über 19 Arbeitsgleise und ein Gleisnetz von mehr als 1.000 Metern. Der für Senftenberg zuständige Betriebsrat René Wüstenhagen kritisierte, es gebe derzeit seitens des Konzerns keine Informationen zu einem möglichen Weiterbetrieb des Standortes. Externen Interessenten sei bislang kein Angebot zur Übernahme der Werkstatt gemacht worden. Diese Firmen seien nach seinen Angaben auch an der Übernahme eines Großteils der Belegschaft interessiert.

Wüstenhagen befürchtet nun, dass aus der bislang gut ausgelasteten und hochspezialisierten Werkstatt eine Investitionsruine werden könnte.

Bürgermeister Andreas Pfeiffer nannte die Schließung eines ganzen Standortes ein falsches Signal für die Kreisstadt. Angesichts mehrerer Interessenten für eine Übernahme sei die Entscheidung nicht nachvollziehbar. „In Zeiten des Strukturwandels ist diese Werksschließung ein völlig falsches Signal. Regionale Wirtschaftsperspektiven gehen damit verloren“, erklärte Pfeiffer.

Red, 18.05.26