Osteoporose bleibt oft lange unbemerkt: Was Knochenbrüche verhindern helfen kann

Osteoporose kann sich über lange Zeit entwickeln, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen. Häufig wird die Erkrankung erst nach einem Knochenbruch erkannt. Dr. Steffen Sola von den Sana Kliniken Niederlausitz in Senftenberg macht darauf aufmerksam, dass die Gesundheit der Knochen deshalb schon vor einem Bruch Beachtung verdient.

Bei einer Osteoporose nimmt die Belastbarkeit der Knochen ab. Ein Bruch kann dann bereits bei einer Belastung entstehen, die ein gesunder Knochen normalerweise aushalten würde. Betroffen sein können beispielsweise Wirbelkörper, Hüfte oder Handgelenk. Die Erkrankung selbst muss zuvor keine Schmerzen verursachen.

Der Begriff „Knochenschwund“ beschreibt das Problem nur verkürzt. Für die Stabilität zählt neben der Menge an Knochensubstanz auch deren Beschaffenheit. Für Betroffene ist vor allem das Risiko eines Bruchs entscheidend, weil dieser Mobilität und Selbstständigkeit beeinträchtigen kann.

Die Knochendichte ist ein Baustein der Beurteilung

Eine Knochendichtemessung kann helfen, eine Osteoporose einzuschätzen. Häufig wird dafür das DXA-Verfahren verwendet. Das Ergebnis wird jedoch nicht isoliert betrachtet. Nach den Informationen des IQWiG lässt sich das persönliche Risiko für einen Knochenbruch nicht allein aus einem einzelnen Dichtewert ableiten.

Zur ärztlichen Einschätzung gehören unter anderem Alter, bereits erlittene Brüche, Begleiterkrankungen und Medikamente. Auch die Gefahr zu stürzen ist relevant. Wer Fragen zu seinem Risiko hat, sollte deshalb die persönliche Vorgeschichte besprechen, statt einen Messwert ohne Zusammenhang als vollständige Diagnose zu verstehen.

Die Gesundheitsinformationen des Bundes betonen die Bedeutung von körperlicher Aktivität und einer ausreichenden Versorgung mit wichtigen Nährstoffen. Bewegung kann dazu beitragen, Muskulatur, Gleichgewicht und Belastbarkeit zu erhalten. Welche Form geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand und möglichen Einschränkungen ab.

Auch die Vermeidung von Stürzen gehört zum Schutz vor Brüchen. Dabei lohnt sich ein Blick auf alltägliche Situationen: Wie sicher ist das Gehen? Gibt es Stolperstellen? Werden Hilfsmittel benötigt? Solche Fragen können im ärztlichen Gespräch oder in einer passenden therapeutischen Beratung aufgegriffen werden.

Medikamente werden individuell abgewogen

Bei erhöhtem Bruchrisiko können Medikamente infrage kommen. Die Auswahl richtet sich nach dem individuellen Risiko, möglichen Gegenanzeigen und dem zu erwartenden Nutzen. Eine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Präparat lässt sich aus der Diagnose allein nicht ableiten.

Auch Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als automatische Standardlösung betrachtet werden. Ob zusätzliche Präparate notwendig sind, hängt von der Versorgung und der persönlichen Situation ab. Eine abgestimmte Behandlung verbindet die medizinische Risikobewertung mit Maßnahmen, die im Alltag umsetzbar sind.

Ein Knochenbruch nach vergleichsweise geringer Belastung kann Anlass sein, die Knochengesundheit näher untersuchen zu lassen. Bei Wirbelkörperbrüchen kommen je nach Befund unterschiedliche Behandlungen infrage. Ein Eingriff an der Wirbelsäule ist dabei eine Entscheidung für ausgewählte Fälle und keine allgemeine Vorsorgemaßnahme gegen Osteoporose.

Die Botschaft aus Senftenberg richtet den Blick damit auf ein häufig stilles Gesundheitsproblem. Wer Risiken früh bespricht und Behandlungsmöglichkeiten individuell abwägen lässt, kann sich gezielter mit dem Schutz der eigenen Mobilität beschäftigen.

Red/PM
Bild: SKN / Steffen Rasche