Jugendliche bauen an ihrem Treffpunkt mit: Neue Sitzlandschaft in Senftenberg
Ein künftiger Jugendtreff muss nicht erst mit der Fertigstellung aller Anlagen beginnen. In Senftenberg haben rund 40 Schülerinnen und Schüler bereits selbst mitgebaut. Bei einem fünftägigen Baufestival entstand an der Briesker Straße eine überdachte Sitzlandschaft. Sie kann nach Angaben der Stadt schon jetzt genutzt werden und ist ein erster sichtbarer Schritt auf dem Weg zu einem größeren Jugendstandort.
Die Jugendlichen wurden von einem professionellen Team aus Luckenwalde begleitet. Gemeinsam verarbeiteten sie rund sechs Kubikmeter Holz. Entstanden ist eine Anlage aus zehn Boxen, die bis zu dreieinhalb Meter hoch sind. Die Konstruktion bietet überdachte Sitzmöglichkeiten.
Das Ergebnis ist mehr als ein Entwurf auf Papier. Die Beteiligten konnten unmittelbar erleben, wie aus Material und Arbeit ein nutzbarer Ort entsteht. Planung und praktische Umsetzung wurden dabei miteinander verbunden. Für den Standort bedeutet das zugleich eine Verbesserung, bevor die weiteren vorgesehenen Anlagen gebaut werden.
Mitwirkung wird am Ergebnis sichtbar
Jugendbeteiligung bleibt oft abstrakt, wenn Ideen gesammelt werden, ihre Umsetzung aber erst Jahre später folgt. Beim Baufestival konnten die jungen Menschen selbst tätig werden. Sie waren an einem Ergebnis beteiligt, das anschließend vor Ort bleibt.
Für die Nutzung eines Treffpunkts kann diese Erfahrung eine Rolle spielen. Wer an einem Ort mitgearbeitet hat, kennt seine Entstehung und verbindet eigene Erfahrungen damit. Daraus lässt sich zwar keine Garantie für die spätere Nutzung ableiten. Das Projekt schafft aber eine konkrete Form der Mitwirkung, die über eine reine Befragung hinausgeht.
Die Stadt plant an der Briesker Straße weitere Angebote für Jugendliche. Genannt werden Flächen für Basketball, Bolzen und Volleyball sowie eine Bühne und ein Skateangebot. Damit sollen unterschiedliche Interessen an einem Standort zusammenkommen.
Die überdachte Sitzlandschaft ergänzt diese Perspektive um einen Bereich zum Aufenthalt. Nicht jede Nutzung eines Jugendorts besteht aus Sport oder einer organisierten Veranstaltung. Auch das Zusammensitzen und der Austausch gehören zu einem Treffpunkt. Dafür steht nun bereits eine bauliche Möglichkeit zur Verfügung.
Was schon fertig ist und was noch folgen soll
Die neue Holzkonstruktion ist das unmittelbar erreichte Ergebnis des Baufestivals. Die übrige Entwicklung des Geländes befindet sich nach der Mitteilung noch in der Planung. Für 2027 sind weitere Planungsschritte vorgesehen; die bauliche Umsetzung der zusätzlichen Angebote ist für 2028 und 2029 angedacht.
Diese Zeitangaben beschreiben den von der Stadt genannten Planungsstand. Sie bedeuten nicht, dass alle angekündigten Sport- und Freizeitflächen bereits eröffnet sind. Wer den Standort betrachtet, sollte deshalb zwischen der schon nutzbaren Sitzlandschaft und den weiteren Vorhaben unterscheiden.
Das Baufestival zeigt, wie sich ein längerer Entwicklungsprozess durch einen vorgezogenen praktischen Schritt ergänzen lässt. Jugendliche können den Ort schon kennenlernen und eigene Arbeit damit verbinden. Die weitere Aufgabe besteht darin, die zusätzlichen Angebote zu planen und den Standort schrittweise zu einem dauerhaft nutzbaren Treffpunkt zu entwickeln.
Red/PM
Bild: Andrea Budich / Stadt Senftenberg
