Hitze und Starkregen belasten Betriebe: Was eine regionale IHK-Umfrage zeigt

Hitze, Starkregen und andere Wetterextreme sind für Unternehmen in Berlin und Brandenburg bereits ein praktisches Wirtschaftsthema. Darauf weist eine im Oktober veröffentlichte IHK-Umfrage unter rund 2.000 Betrieben hin. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden berichtet von Auswirkungen. Rund vier von zehn Unternehmen befassen sich nach der Auswertung mit Maßnahmen zur Vorbereitung.

Die Belastungen fallen je nach Tätigkeit verschieden aus. Im Gastgewerbe können hohe Temperaturen den Betrieb und den Energiebedarf beeinflussen. Im Baugewerbe betreffen Hitze und starke Niederschläge unmittelbar die Arbeit im Freien. Die Kammern nennen unter anderem Einschränkungen der Produktivität und zusätzliche Kosten.

Die Ergebnisse zeigen damit keine einheitliche Situation für alle Betriebe. Ein Büro, eine Baustelle und ein gastronomischer Betrieb müssen unterschiedliche Abläufe organisieren. Gemeinsam ist ihnen, dass Wetterbedingungen nicht allein eine Frage des persönlichen Wohlbefindens sind, sondern Arbeitsprozesse und Kosten beeinflussen können.

Vorbereitung braucht den Blick auf den eigenen Standort

Wer Anpassungsbedarf beurteilen will, muss zunächst die eigenen Abläufe betrachten. Wo entstehen bei großer Hitze besondere Belastungen? Welche Bereiche sind bei starkem Regen betroffen? Und welche Betriebsprozesse hängen von einer zuverlässigen Strom- oder Wasserversorgung ab?

Solche Fragen lassen sich nicht durch eine einzelne Standardlösung beantworten. Je nach Unternehmen können organisatorische Veränderungen oder bauliche Maßnahmen relevant werden. Die Umfrage macht deutlich, dass ein Teil der Betriebe sich damit beschäftigt. Sie sagt jedoch nicht, welche konkrete Maßnahme für jedes Unternehmen angemessen oder wirtschaftlich ist.

Die Kammern richten den Blick über das einzelne Betriebsgelände hinaus. Unternehmen sind darauf angewiesen, dass Verkehrswege, Wasser- und Energieversorgung auch unter erschwerten Bedingungen funktionieren. Anpassung wird deshalb als gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft und öffentlicher Hand beschrieben.

Wenn Kammern Verbesserungen bei Infrastruktur oder Förderung verlangen, handelt es sich zunächst um wirtschaftspolitische Forderungen. Daraus folgt noch kein bereits beschlossenes neues Förderprogramm. Für Betriebe ist diese Unterscheidung wichtig, wenn sie eigene Investitionen planen und nach Unterstützung suchen.

Was die Zahlen für die Lausitz aussagen

Die Erhebung umfasst Unternehmen aus Berlin und Brandenburg. Eine gesonderte Auswertung allein für Oberspreewald-Lausitz liegt mit der Presseinformation nicht vor. Die genannten Anteile dürfen deshalb nicht einfach als exakte Quote für die Betriebe im Landkreis übernommen werden.

Die Ergebnisse sind dennoch auch für die Lausitz relevant, weil viele der beschriebenen Arbeitsbedingungen hier ebenfalls vorkommen. Sie liefern einen Anlass, betriebliche Risiken zu prüfen. Eine konkrete Wettervorhersage für einzelne Orte oder ein Nachweis bestimmter Schäden in OSL sind sie nicht.

Die zentrale Aussage der Umfrage reicht über einen einzelnen heißen Sommer oder Starkregentag hinaus. Wetterbedingte Belastungen können Personalplanung, laufende Kosten und die Zuverlässigkeit von Abläufen berühren. Für die Unternehmen kommt es deshalb darauf an, die eigene Situation zu kennen und Maßnahmen passend zum Standort und zur Tätigkeit zu entwickeln.

Red/PM
Bild: KI-generiertes Symbolbild / seenluft24