Mehr als 580.000 Proben: Wie das Landeslabor Lebensmittel, Tiere und Wasser untersucht

Ob Lebensmittel korrekt gekennzeichnet sind, Tierkrankheiten nachgewiesen werden oder Wasserproben unauffällig bleiben: Hinter vielen Kontrollen steht Laborarbeit. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat im Jahr 2025 insgesamt mehr als 580.000 Proben untersucht. Die im Oktober 2026 vorgestellte Bilanz zeigt, wie breit die Aufgaben des gemeinsamen Labors beider Länder sind.

Mit 486.719 Proben entfiel der weitaus größte Bereich auf die Tierdiagnostik. Dort geht es unter anderem darum, Krankheitserreger nachzuweisen oder einen Verdacht abzuklären. Diese Untersuchungen unterstützen die zuständigen Behörden bei der Bewertung von Tiergesundheit und Seuchengeschehen.

Ein hoher Probenumfang bedeutet dabei nicht, dass ebenso viele erkrankte Tiere festgestellt wurden. Proben werden auch untersucht, um einen Verdacht auszuschließen oder einen Bestand zu überwachen. Die Zahl beschreibt den Arbeitsumfang des Labors, nicht automatisch die Zahl bestätigter Krankheitsfälle.

Lebensmittelkontrolle prüft mehr als die Zusammensetzung

Im Bereich Lebensmittel einschließlich Wein wurden 27.614 Proben untersucht. Hinzu kamen 2.952 Proben aus anderen Bereichen wie Bedarfsgegenständen, Kosmetika und Tabakerzeugnissen. Bei Lebensmitteln lag die Beanstandungsquote laut Bilanz bei 14,3 Prozent. Häufig ging es um Kennzeichnungsfragen.

Das ist für die Einordnung wichtig. Eine Beanstandung bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Produkt gesundheitsschädlich ist. Ein Etikett kann beispielsweise Anforderungen nicht erfüllen, obwohl die Frage der unmittelbaren gesundheitlichen Gefährdung gesondert zu beurteilen ist.

Als gesundheitsschädlich wurden nach der veröffentlichten Bilanz 0,2 Prozent der Lebensmittelproben beurteilt. Auch dieser Wert muss im Zusammenhang mit der Probenahme betrachtet werden. Die amtliche Kontrolle untersucht risikoorientiert und nicht einfach eine zufällige, repräsentative Auswahl aller Produkte im Handel.

Aus den Prozentzahlen lässt sich daher weder eine genaue Gefährdungsquote für den gesamten Supermarkteinkauf noch für einzelne Geschäfte im Landkreis errechnen. Die Ergebnisse zeigen, welche Befunde bei den gezielt untersuchten Proben auftraten.

Wasser und Umwelt gehören ebenfalls dazu

Im Umweltbereich wurden 28.247 Proben bearbeitet. Dazu gehörten 10.241 Wasserproben und 3.708 Untersuchungen von Trink- und Badewasser. Die Zahlen verdeutlichen, dass Verbraucherschutz nicht an der Lebensmitteltheke endet. Auch die Beschaffenheit von Wasser und anderen Umweltmedien wird analytisch überprüft.

Weitere 6.397 Proben entfielen auf die Landwirtschaft. Die unterschiedlichen Aufgaben erfordern jeweils passende Untersuchungsmethoden. Das Labor liefert die fachlichen Ergebnisse; die behördliche Bewertung und mögliche weitere Schritte erfolgen im zuständigen Kontrollsystem.

Das Landeslabor arbeitet für Berlin und Brandenburg und damit auch für Aufgaben, die die Lausitz betreffen. Eine eigene Aufschlüsselung der genannten Zahlen allein für Oberspreewald-Lausitz enthält die Presseinformation nicht. Die Gesamtwerte sollten deshalb nicht als lokale Fallzahlen dargestellt werden.

Die Jahresbilanz macht vielmehr eine Arbeit sichtbar, die im Alltag häufig im Hintergrund bleibt. Viele Entscheidungen der amtlichen Überwachung brauchen zunächst einen verlässlichen Befund. Die Untersuchung einer Probe ist dafür ein zentraler Baustein – bei Lebensmitteln ebenso wie bei Tiergesundheit und Wasser.

Red/PM
Bild: KI-generiertes Symbolbild / seenluft24