Finsterwalder Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am 26. November 2023 vor dem Krankenhaus, um für dessen Erhalt zu demonstrieren. Foto ©: Angela Hesse-Krüger

Finsterwalde kämpft weiter gegen drohende Krankenhausschließung

Die drohende Schließung des Krankenhauses Finsterwalde sorgt weiterhin für große Beunruhigung in der Region. Am Sonntagabend versammelten sich mehr als tausend Menschen in einer Menschenkette rund um das Krankenhaus, um gegen die Pläne des Klinikums Elbe-Elster zu protestieren.

Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe begrüßte die Proteste und betonte, dass sie ein wichtiges Zeichen für den Erhalt der stationären Gesundheitsversorgung in der Region seien. „Wir werden weiter um unser Krankenhaus kämpfen“, sagte er.

Einstimmig verabschiedeten die Finsterwalder Stadtverordneten Ende November einen Beschluss. Dort forderten sie den Erhalt des Krankenhausstandortes Finsterwalde und der Geburts- und Kinderabteilung am Standort Herzberg. Außerdem fordern sie einen sofortigen Wechsel in der Geschäfts- und Personalführung, eine Neuaufstellung des Aufsichtsrates des Klinikums und die Erarbeitung eines Sanierungsplans.

Neben dem Beschluss startete eine Online-Petition, die den Erhalt des Krankenhausstandortes Finsterwalde fordert. Auch hier haben sich bereits Tausende Unterstützende gegen die Entscheidungen des Aufsichtsrates der Klinikum GmbH ausgesprochen.

Stadtverordnete fordern Abberufung des Geschäftsführers

Der Kreisausschuss hatte eigentlich über die Umsetzung der Beschlüsse des Aufsichtsrates beraten sollen. Laut einem Bericht in der Lausitzer Rundschau sollte allerdings dieser Punkt vom Landrat gestrichen werden. Im Kreisausschuss war das Klinikum dann doch Thema. Geschäftsführer Neugebauer sprach über die Krankenhausreform und seinen Wunsch nach einem neuen Zentralkrankenhaus. Zudem ging es auch um die Folgen der Schließungspläne für die Standorte Herzberg und Finsterwalde

In einer überaus aggressiven Art und Weise beantwortete er Fragen von Ausschussmitgliedern. So antwortete er auf die Frage nach Konzepten für den Standort Finsterwalde und die Gynäkologie- und Kinderabteilung am Herzberger Krankenhaus, dass er kein Konzept habe. „Eigentlich wäre hier schon eine sofortige Abberufung des Geschäftsführers notwendig gewesen“, so Bürgermeister Gampe.

Das unrühmliche Ende seiner Ausführungen war, dass er, egal wie der Kreistag am 11.12.2023 entscheidet, die Schließungsbeschlüsse des Aufsichtsrates umsetzen wird.

Bereits am 22.11.2023 verständigten sich die Finsterwalder Kreistagsmitglieder, einen Antrag zur Abberufung des Geschäftsführers als Weisung an den Landrat vorzubereiten. Dieser ist am Freitagvormittag beim Kreistagsbüro eingereicht worden. Am Abend hat dann der Landrat mit einer persönlichen Pressemitteilung die Abberufung bekannt gegeben.

Für Bürgermeister Jörg Gampe ist dies nur ein erster Schritt: „Wir werden weiter um unser Krankenhaus und für die stationäre Versorgung bei uns vor Ort kämpfen. Gemeinsam mit den anderen Standorten müssen wir und muss der Landkreis eine sinnvolle Lösung finden.“

Ungewisse Zukunft des Krankenhauses

Es bleibt abzuwarten wie auf der nächsten Kreistagssitzung am 11. Dezember über die Beschlussvorlage „Strukturänderungen in der Elbe-Elster Klinikum GmbH“ und damit über die Zukunft des Finsterwalder Krankenhauses abgestimmt werden wird.

In der ersten Lenkungsgruppensitzung am 04.12.2023 in Herzberg wurde deutlich, dass der Landrat die Schließung der Gynäkologie- und Kinderabteilung in Herzberg und des Krankenhauses Finsterwalde weiter vorantreiben will. „Dagegen müssen wir uns gemeinsam mit aller Macht wehren!“, so Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe. In den sozialen Medien wurde aus diesen Gründen bereits von mehreren Partei- und Interessengruppen zu Demonstrationen aufgerufen. Termin ist die nächste Kreistagssitzung am 11.12.2023 in Herzberg.

PM / red – 7. Dezember 2023