Zwei Schlüsselprojekte in Senftenberg stärken den Lausitzer Strukturwandel. Bild: Stadtwerke Senftenberg

Senftenberg treibt Lausitzer Strukturwandel voran: Zwei Schlüsselprojekte im Fokus

 

Der Strukturwandel in der Lausitz gewinnt an Fahrt, besonders in der Stadt Senftenberg. Dr. Klaus Freytag, der Lausitzbeauftragte der Landesregierung, informierte sich kürzlich über den Fortschritt zweier bedeutender Projekte mit weitreichender Wirkung.

Eines dieser Projekte betrifft die Züblin Stahlbau GmbH im Senftenberger Ortsteil Hosena, die einen Großauftrag zur Herstellung einer 10.000 Tonnen schweren Stahlkonstruktion für das Dach der größten ICE-Instandhaltungshalle in Cottbus erhalten hat. Diese gigantische Halle, die 190 Meter breit und 520 Meter lang ist, wird in den Fertigungshallen von Züblin Stahlbau produziert. Die XXL-Konstruktionsteile werden nachts per Schwerlasttransporter nach Cottbus transportiert, wobei die ersten Teile im Juli ausgeliefert werden.

Neben dem Bahnprojekt ist Züblin auch an weiteren wichtigen Vorhaben beteiligt, darunter Konverterstationen für Windstrom und ein großes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk in Baden-Württemberg. Insgesamt produziert der Standort Hosena jährlich etwa 15.000 Tonnen Stahlbau-Konstruktionen. Aufgrund der vollen Auftragsbücher ist die Suche nach qualifizierten Fachkräften besonders dringend. Die Geschäftsführung betont die Notwendigkeit ausländischer Fachkräfte, um alle Arbeitsplätze in Hosena besetzen zu können. Derzeit sind dort 280 Mitarbeiter und 18 Auszubildende beschäftigt, die in einem werkseigenen Ausbildungszentrum speziell für die Stahlbranche ausgebildet werden.

Ein weiteres zentrales Projekt ist die Umstellung der Fernwärmeversorgung in Senftenberg auf grüne Energie. Ab Ende 2026 soll eine zehn Kilometer lange Trasse Heißwasser aus dem Kraftwerk “Sonne” in Freienhufen nach Senftenberg transportieren. Dieses 33-Millionen-Euro-Projekt, das größtenteils aus dem Strukturwandeltopf finanziert wird, zielt darauf ab, die Stadt durch industrielle Abwärme zu versorgen, die bei der Verwertung regionaler Abfälle entsteht. Dadurch können jährlich bis zu 19.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Ronny Kleinert, Geschäftsführer der Stadtwerke Senftenberg GmbH, sieht in diesem Projekt entscheidende Vorteile: grüne, klimaneutrale Wärme, weniger Abhängigkeit von Erdgas und Heizöl sowie stabile Preise für Fernwärmekunden.

Dr. Klaus Freytag bezeichnet das Fernwärmeprojekt als Modellvorhaben für die neue Energie-Region Lausitz und betont die zukunftsweisende Bedeutung für die ehemalige Kohle-Hauptstadt Senftenberg.

PM/red 18.06.2024