Wieder mehr selbst schaffen: Ergotherapie in Lauchhammer stärkt den Alltag
Eine Tasse sicher greifen, sich morgens selbst versorgen oder einen Tagesablauf wieder strukturieren: Solche Fähigkeiten können nach einer Erkrankung oder bei psychischen Belastungen verloren gehen. Die Ergotherapie in Lauchhammer-Ost setzt an diesen konkreten Alltagssituationen an. Das Angebot im Sockelgeschoss des Krankenhauses wird nach Angaben der Sana Kliniken Niederlausitz im neurologischen und psychiatrischen Bereich erweitert.
In der Ergotherapie steht die Frage im Mittelpunkt, was ein Mensch in seinem Alltag tun möchte und wobei Unterstützung nötig ist. Das kann bei einem Kind eine andere Aufgabe sein als bei einer älteren Person. Auch Menschen mit derselben Diagnose können sehr unterschiedliche Schwierigkeiten haben.
Die Praxis arbeitet deshalb mit individuellen Zielen. Es geht beispielsweise um Bewegungen und Handgriffe, aber auch um Aufmerksamkeit, Konzentration oder die Planung einzelner Tätigkeiten. Der praktische Nutzen entsteht dann, wenn Übungen an den Anforderungen ansetzen, die zu Hause, in der Schule oder im sozialen Umfeld tatsächlich wichtig sind.
Unterstützung nach neurologischen Erkrankungen
Nach einem Schlaganfall können alltägliche Abläufe neu gelernt oder angepasst werden müssen. Auch bei Parkinson oder Demenz kann Ergotherapie laut Sana Bestandteil der Unterstützung sein. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt von den Einschränkungen und den vorhandenen Fähigkeiten ab.
Dabei geht es nicht darum, allen Betroffenen denselben Übungsplan zu geben. Ein sicherer Griff, eine besser organisierte Handlung oder ein angepasstes Vorgehen können jeweils andere Schwerpunkte verlangen. Ziel ist, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten oder die Selbstständigkeit im möglichen Umfang zu verbessern. Ein bestimmter Behandlungserfolg lässt sich daraus nicht für jeden Menschen ableiten.
Die erweiterten psychiatrischen Angebote richten sich nach der Mitteilung unter anderem an Menschen mit Depressionen oder Angststörungen. Belastungen können es erschweren, Tätigkeiten zu beginnen, Abläufe zu ordnen oder regelmäßig am Alltag teilzunehmen. Ergotherapeutische Unterstützung kann solche praktischen Herausforderungen aufgreifen.
Das ist von einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterscheiden. Die Ergotherapie bearbeitet die Handlungsfähigkeit im Alltag und kann in ein weitergehendes Behandlungskonzept eingebunden sein. Welche Unterstützung im Einzelfall erforderlich ist, muss anhand der persönlichen Situation geklärt werden.
Angehörige und häusliche Umgebung einbeziehen
In der Lauchhammeraner Praxis arbeiten Nicole Demke und Franziska Stets, die das Team seit September verstärkt. Nach Angaben des Klinikums werden auch Angehörige einbezogen. Sie erleben die alltäglichen Schwierigkeiten häufig unmittelbar und können helfen, neue Abläufe zu Hause umzusetzen.
Wenn es erforderlich ist, sind zudem Hausbesuche möglich. Damit lässt sich die Unterstützung stärker an der tatsächlichen Wohn- und Lebenssituation ausrichten. Der Blick auf die Umgebung ist wichtig: Eine Tätigkeit, die im Therapieraum gelingt, kann zu Hause andere Anforderungen stellen. Im Mittelpunkt bleibt deshalb die Frage, wie Menschen ihren eigenen Alltag möglichst selbstständig gestalten können.
Red/PM
Bild: Sana Kliniken Niederlausitz
