Landwirte-Ausbildung wird ab 2027 modernisiert: Was sich für den Nachwuchs ändert
Wer ab August 2027 eine Ausbildung zum Landwirt oder zur Landwirtin beginnt, lernt nach einer modernisierten Verordnung. Digitale Technik, Ressourcenschutz und die Anpassung an den Klimawandel sollen stärker berücksichtigt werden. Die bundesweite Reform betrifft auch Ausbildungsbetriebe und den beruflichen Nachwuchs in der Lausitz.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat die Neuregelung am 21. Oktober vorgestellt. Sie tritt nach Angaben des Ministeriums am 1. August 2027 in Kraft. Die bisherige Ausbildungsverordnung stammt aus dem Jahr 1995. An der Überarbeitung waren Länder, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen sowie Fachleute aus der Ausbildungspraxis beteiligt.
Hinter der Reform steht eine veränderte Arbeitswelt auf den Höfen. Das Ministerium verweist auf moderne Maschinen und digitale Verfahren, aber auch auf höhere Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Tierwohl und den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Diese Entwicklungen sollen sich deutlicher in den Ausbildungsinhalten wiederfinden.
Pflanzenbau und Tierhaltung bleiben die Grundlage
Die fachlichen Kernbereiche werden beibehalten: Pflanzen anbauen und Tiere halten bleiben zentrale Bestandteile der Qualifizierung. Die Reform ersetzt diese Grundlagen also nicht, sondern ergänzt sie um Kompetenzen, die im heutigen Betriebsalltag benötigt werden.
Mehr Gewicht bekommen außerdem Kommunikation, Zusammenarbeit und die Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Rolle. Auszubildende sollen ihr Handeln besser reflektieren und sich im Team abstimmen können. Fachliche Entscheidungen und die Zusammenarbeit im Betrieb werden damit stärker miteinander verbunden.
Auch künftig gibt es ein gemeinsames Berufsbild für ökologische und konventionelle Landwirtschaft. Die Ausbildung soll weiterhin unterschiedliche Betriebsformen abdecken und eine breite fachliche Basis vermitteln. Eine Aufteilung in zwei getrennte Berufe sieht die vom Ministerium vorgestellte Neuordnung nicht vor.
Daneben werden die Prüfungsstruktur und die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe überarbeitet. Die Prüfungen sollen sich stärker an betrieblichen Abläufen orientieren. Das Ministerium verbindet damit auch das Ziel, Verwaltungsaufwand zu senken. Für Verwaltung und Wirtschaft nennt es eine vom Statistischen Bundesamt berechnete jährliche Entlastung von rund 2,8 Millionen Euro.
Was die Reform für Interessierte in Brandenburg bedeutet
Für Jugendliche aus Oberspreewald-Lausitz, die einen Ausbildungsstart 2027 planen, ist vor allem der Stichtag wichtig. Bei Gesprächen mit möglichen Ausbildungsbetrieben können sie bereits nachfragen, wie die neuen Inhalte im Betrieb vermittelt werden sollen. Die Reform allein sagt allerdings noch nichts darüber aus, welcher Hof vor Ort freie Plätze anbietet.
Die Ausbildung wird im dualen System absolviert und dauert regulär drei Jahre. Das Brandenburger Kompetenzzentrum AGRARaktiv beschreibt unter anderem Bodenbearbeitung, Anbau und Ernte, Nutztierpflege, Agrartechnik sowie betriebliche Planung und Dokumentation als Lernfelder. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte daher sowohl Freude an der Arbeit mit Pflanzen und Tieren als auch Interesse an technischen und wirtschaftlichen Abläufen mitbringen.
Für Fragen zur Ausbildung in den Grünen Berufen verweist das Brandenburger Agrarministerium auf das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Dort sind Informationen und regionale Ansprechpartner zu finden. Für die berufliche Orientierung ist das eine Anlaufstelle, um Ausbildungsmöglichkeiten und Anforderungen genauer zu klären.
Red/PM
Bild: seenluft24 – Archivaufnahme, Brandenburger Landpartie 2024 (Symbolbild)
