Zukunftscampus in Forst: 83,6 Millionen Euro für technische Ausbildung
Für die technische Berufsausbildung in der Lausitz ist in Forst ein umfangreicher Umbau vorgesehen: Das Oberstufenzentrum I Spree-Neiße und sein Wohnheim sollen zum Zukunftscampus weiterentwickelt werden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium hat am 5. November die Förderung von 83,6 Millionen Euro erläutert. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 100 Millionen Euro.
Die Finanzierung ist bereits seit September abgesichert. Nach Angaben des Landkreises ging der Zuwendungsbescheid am 10. September 2026 ein; der Kreistag hatte dem Vorhaben im Juli einstimmig zugestimmt. Für den 5. November um 10 Uhr hatte der Landkreis einen symbolischen Spatenstich an der Richard-Wagner-Straße angekündigt. Die neue Ministeriumsmitteilung beschreibt die Förderung und den geplanten Ausbau, bestätigt jedoch nicht ausdrücklich den tatsächlichen Ablauf dieses Termins.
Was sich für Ausbildung und Wohnen ändern soll
Das Vorhaben umfasst die Sanierung und Erweiterung des bestehenden Oberstufenzentrums. Schulungsräume, Werkstätten und Sozialbereiche sollen erneuert und technisch zeitgemäß ausgestattet werden. Gefördert werden auch IT und Lehrmittel. Damit betrifft das Projekt sowohl die Gebäude als auch die Ausstattung, mit der Auszubildende künftig lernen und praktische Aufgaben bearbeiten sollen.
Ein Schwerpunkt liegt auf zusätzlichen Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung in Elektronik und Mechatronik. Auch dual Studierende der Elektrotechnik sollen von dem Ausbau profitieren. Das Ministerium stellt einen Zusammenhang mit dem Fachkräftebedarf der Lausitz her und nennt dabei unter anderem das Bahn-Instandsetzungswerk in Cottbus. Die Investition soll die Ausbildung für technische Tätigkeiten in der Region stärken.
Zum Campus gehört außerdem ein neues Wohnheim. Die Förderung schließt dessen Gemeinschafts- und Sozialräume ein. Ergänzt werden die Arbeiten durch die Neugestaltung der Freiflächen und ein neues Parkdeck. Das frühere Wohnheim wurde nach Angaben des Landkreises bereits zurückgebaut.
Die Bedeutung des Standorts reicht über Forst hinaus: Im September nannte der Landkreis mehr als 1.200 Auszubildende aus 265 Unternehmen in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Diese Angaben beschreiben den damals veröffentlichten Stand.
Unterricht während der Bauphase
Für den Umbau des denkmalgeschützten Schulgebäudes müssen die Räume vollständig freigezogen werden. Der Unterricht soll zugleich weiterlaufen. Der Landkreis plant dafür eine Übergangslösung an der Rüdigerstraße/Ecke Max-Fritz-Hammer-Straße in Forst. Das hatte er im Oktober im Zusammenhang mit einer für den 4. November angekündigten Einwohnerversammlung erläutert. Ergebnisse dieser Versammlung werden in der aktuellen Ministeriumsmitteilung nicht genannt.
Nach der im Oktober veröffentlichten Planung soll das Gesamtprojekt bis 2030 umgesetzt werden. Daraus lässt sich kein bereits erfolgter Umzug der Klassen oder ein genauer Beginn des Unterrichts am Ausweichstandort ableiten.
Die Förderung erfolgt über den Just Transition Fund, auf Deutsch Fonds für einen gerechten Übergang, in der EU-Förderperiode 2021 bis 2027. Hinzu kommen Landesmittel. Für das Forster Projekt beträgt der Zuschuss 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese Bezugsgröße ist von den gesamten Projektkosten zu unterscheiden: Nicht jede Ausgabe eines Bauvorhabens muss zugleich förderfähig sein.
Red/PM
Bild: KI-generiertes Symbolbild


