Schwarzheide trauert um Ehrenbürger Hans-Hermann Dehmel
Schwarzheide trauert um seinen ersten Ehrenbürger: Dr. Hans-Hermann Dehmel ist nach Mitteilung der Stadt am 30. Oktober 2026 gestorben. Er prägte den Chemiestandort nach 1990 und gründete gemeinsam mit seiner Frau Gisela die Dehmel-Stiftung.
Die Nachricht über Dehmels Tod veröffentlichte die Stadtverwaltung am 3. November. In ihrem Nachruf würdigt sie ihn als Wegbereiter des heutigen Chemiestandorts und als Unterstützer der Stadt über seine berufliche Tätigkeit hinaus. Die Ehrenbürgerschaft hatte Schwarzheide ihm am 26. April 2002 verliehen. Mit ihr zeichnete die Stadt seine Verdienste um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung aus.
Verantwortung in den Umbruchjahren
Von 1990 bis 1995 stand Dehmel der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH vor. In diese Zeit fiel die Umstrukturierung des bisherigen Synthesewerks. Nach der Darstellung der Stadt gehörte es zu seinen Aufgaben, den Standort unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen nach der Wende weiterzuentwickeln.
Die kommunale Würdigung verbindet diese Unternehmensgeschichte ausdrücklich mit der Entwicklung Schwarzheides. Auch nach seiner aktiven Zeit am Standort blieb Dehmel der Stadt verbunden. Die Stadt verweist dabei unter anderem auf seine spätere Tätigkeit als Personaldirektor der BASF Aktiengesellschaft und als Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsgesellschaften LUWOGE und SEWOGE.
Dehmels Verbindung zur Lausitz hatte auch biografische Wurzeln: Nach Angaben der Stadt wurde er in Hoyerswerda geboren und wuchs in Hohenbocka auf. Die regionale Bindung war später ein Beweggrund für die Gründung der Stiftung.
Stiftung verbindet Leistung mit Engagement
Hans-Hermann und Gisela Dehmel gründeten die Dehmel-Stiftung Ende 2000. Sie fördert Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie Kunst und Kultur in der Lausitz. Hinzu kommen soziale Hilfen für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Die Förderung reicht damit über einzelne Auszeichnungen hinaus.
Zu den von der Stadt dokumentierten Beispielen gehören naturwissenschaftliche Lernmittel für den SeeCampus Niederlausitz, die Unterstützung des Wettbewerbs „Jugend forscht“ und die Restaurierung von Kunst- und Kulturobjekten. Genannt werden etwa der Innenraum der Dorfkirche Hohenbocka und die Turmuhr der Kirche Großkmehlen. Diese Beispiele beschreiben die Stiftungsgeschichte, keine neu angekündigten Fördermaßnahmen.
Besonders sichtbar sind die Dehmel-Stipendien. Sie berücksichtigen gute schulische Leistungen und den Einsatz für andere Menschen gemeinsam. Ein Bericht des Landkreises vom Juni 2026 nennt für den damaligen Jahrgang vier Ausgezeichnete und eine Förderung von jeweils 3.000 Euro, verteilt auf die ersten sechs Studiensemester. Die Unterstützung kann beispielsweise für Bücher und weiteres Lehrmaterial eingesetzt werden.
Nach diesem Bericht hatte die Stiftung seit ihrer Gründung bereits mehr als 100 Abiturientinnen und Abiturienten gefördert. Dehmel hatte sich damals aus der aktiven Stiftungsarbeit zurückgezogen. Die Stadt Schwarzheide würdigt nun sowohl seine Verantwortung beim wirtschaftlichen Umbruch als auch dieses langfristige gesellschaftliche Engagement.
Red/PM
Bild: Von der Stadt Schwarzheide bereitgestelltes Pressefoto; Fotograf nicht angegeben.


