Kändler-Gruppe kehrt als Nachbildung in die Schlosskirche Lauchhammer zurück
Auf dem Altar der Schlosskirche Lauchhammer steht wieder dauerhaft eine Kändler-Gruppe. Möglich macht das eine originalgetreue Nachbildung der weißen Kreuzigungsgruppe aus Meißner Porzellan. Sie wurde zum 280. Geburtstag der Kirche am 31. Oktober 2026 aufgestellt, wie die Stadt am 3. November mitteilte.
Die neue Figurengruppe entstand mittels 3D-Druck. Das historische Original wird weiterhin aus Sicherheitsgründen gesondert verwahrt. Es war wegen seines hohen historischen und materiellen Wertes in der Vergangenheit nur zu besonderen Anlässen vorübergehend auf dem Altar zu sehen. Mit der Nachbildung erhält die Kirche nun wieder eine dauerhafte Ergänzung ihrer Ausstattung.
Nachbildung verbindet Kunstschatz und Kirchenalltag
Die Kreuzigungsgruppe geht auf den Dresdner Hofbildhauer Johann Joachim Kändler zurück. Das Original besteht aus weißem Meißner Porzellan und gehört zu den bedeutenden Kunstschätzen der Schlosskirche. Die nun aufgestellte Nachbildung soll das Erscheinungsbild dieser Gruppe am angestammten Platz wiedergeben, während das historische Werk geschützt bleibt.
Angestoßen wurde das Vorhaben vom Förderverein Schlosskirche Lauchhammer-West e.V. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde, der Stadt Lauchhammer und der Sparkasse Niederlausitz wurde die Umsetzung ermöglicht. Bürgermeister Mirko Buhr dankte dem Förderverein und den weiteren Unterstützern für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement.
Anlass für die Aufstellung war ein Festgottesdienst zum Kirchenjubiläum. Der 31. Oktober verbindet dabei die Gegenwart mit dem Gründungsdatum: Am Reformationstag 1746 wurde das Gotteshaus geweiht. Genau 280 Jahre später wurde die neue Nachbildung auf dem Altar platziert.
Ein Gotteshaus aus der Zeit der Freifrau von Löwendal
Die Geschichte der Kirche ist eng mit Benedicta Margareta Freifrau von Löwendal verbunden. Nach Angaben der Stadt ließ sie 1737 das Schloss Mückenberg errichten und gab anschließend auch den Bau einer Kirche für die Menschen im Schlossbezirk und auf dem Gut in Auftrag. Die Kirche gehört damit zur historischen Entwicklung des heutigen Lauchhammer-West.
Zur Besonderheit des Gebäudes zählt seine Innenausstattung im Rokokostil. Die Stadt verwies bereits zum 275-jährigen Jubiläum 2021 auf die enge Beziehung der damaligen Schlossherrschaft zum Dresdner Barock. Die weißen und goldenen Elemente des Kirchenraums bilden den Rahmen für die Kreuzigungsgruppe.
Auch der Erhalt des Bauwerks ist mit ehrenamtlicher Arbeit verbunden. Im Jahr 2004 gründete sich ein Förderverein, um weiterem baulichen Verfall entgegenzuwirken. Aus der Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Verein, Kirchengemeinde und Architektenbüro gingen Sanierungen im Inneren und an der Außenhülle hervor. Eine vom Förderverein initiierte Spendenaktion ermöglichte 2019 und 2020 zudem den Einbau einer neuen Orgel.
Heute ist die Schlosskirche Eigentum der Stadt Lauchhammer. Stadt, Evangelische Kirchengemeinde und Förderverein kümmern sich gemeinsam um das Gebäude. Es wird für Gottesdienste, Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen genutzt. Mit der dauerhaft aufgestellten Nachbildung ist die Kändler-Gruppe nun wieder Teil dieses regelmäßig genutzten Kirchenraums.
Red/PM
Bild: Stadt Lauchhammer, Kevin Theiler.


