Von links: Frank Rochow, Roya Karimi, Baris Altan, Teodora Stevanovic und Johanna Blokker. Foto: BTU

BTU startet Heritage Centre in Cottbus neu

Die BTU Cottbus-Senftenberg richtet ihr Heritage Centre neu aus. Das Forum soll Forschung zu Kultur- und Naturerbe über Fachgrenzen hinweg verbinden. Zum Auftakt kamen am 21. Oktober 2026 Universitätsangehörige auf dem Zentralcampus Cottbus zusammen; die Hochschule stellte den Neustart am 29. Oktober öffentlich vor.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gesellschaften mit dem umgehen, was sie aus der Vergangenheit übernehmen: Was gilt als bewahrenswert? Welche Werte und Identitäten sind damit verbunden? Und wie lässt sich entscheiden, was unter veränderten Bedingungen in die Zukunft mitgenommen werden soll? Damit berührt die Forschung auch den Umgang mit Veränderung und Verlust.

Kulturerbe und Naturerbe unter neuen Bedingungen

Der englische Begriff „Heritage“ bezeichnet in diesem Zusammenhang kulturelles und natürliches Erbe. An der BTU reicht das Forschungsfeld weit über die Beschäftigung mit einzelnen historischen Bauten hinaus. Es verbindet unter anderem geistes- und sozialwissenschaftliche Fragen mit Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Technologie. Nach Angaben der Universität werden entsprechende Themen in fast allen Fakultäten bearbeitet.

Das neu aufgestellte Centre soll diese Arbeit zusammenführen. Zu den gesellschaftlichen Entwicklungen, mit denen sich die Forschung auseinandersetzt, zählt die BTU Klima- und Strukturwandel, bewaffnete Konflikte, politische Polarisierung und Künstliche Intelligenz. Für die Lausitz ist besonders die Verbindung von Erbe und Strukturwandel von Bedeutung: Der Umgang mit dem Bestehenden und die Gestaltung von Veränderungen gehören hier zu den Zukunftsfragen der Region.

Das Heritage Centre ist als offenes Forum für Forschende, Lehrende und Studierende angelegt. Es soll ihnen ermöglichen, Kontakte innerhalb der Hochschule und zu Partnern außerhalb der Universität zu knüpfen. Daraus sollen gemeinsame Projekte entstehen und Fördermittel eingeworben werden. Weitere Ziele sind Veranstaltungen, gemeinsame Veröffentlichungen sowie das Teilen von Wissen und Ressourcen.

Die Öffnung reicht nach Darstellung der BTU über den Campus hinaus. Menschen, die sich mit Heritage beschäftigen, können Mitglied werden, an Aktivitäten teilnehmen und den Forschungs- und Studienschwerpunkt mitgestalten. Der Neustart beschreibt damit zunächst eine Plattform für Zusammenarbeit; im Zentrum stehen die Vernetzung vorhandener Fachkenntnisse und die Entwicklung gemeinsamer Vorhaben.

Lehrstuhl und Studiengänge bilden die Grundlage

Geleitet wird das Centre von Prof. Dr. Johanna Blokker. Die Leiterin des Fachgebiets Denkmalpflege hat seit Dezember 2025 auch den UNESCO-Lehrstuhl für Heritage Studies inne. Ein solcher Lehrstuhl besteht an der BTU bereits seit 2003. Das Centre soll unter diesem Dach als Ort des wissenschaftlichen Austauschs weiterentwickelt werden.

Der Neustart knüpft an frühere Forschung an. Von 2014 bis 2023 lief das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“. Es gab nach Angaben der Hochschule den Anstoß zur Gründung des ursprünglichen Cultural Heritage Centre.

Auch im Studienangebot ist das Themenfeld verankert. Dazu gehören die internationalen Masterprogramme World Heritage Studies sowie Heritage Conservation and Site Management und das Promotionsprogramm Heritage Studies. Fragen nach Erhalt, Bewertung und Weiterentwicklung von Erbe werden darüber hinaus unter anderem in Bau- und Kunstgeschichte, Architektur und Transformation Studies behandelt. Das Forum bringt damit Forschung und Lehre zusammen, die an der Universität bereits in unterschiedlichen Fachrichtungen vorhanden sind.

Red/PM
Bild: BTU

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