Frauenmedizin in Lauchhammer: Neue Ärztin verbindet Praxis und Klinik
Die gynäkologische Versorgung in Lauchhammer-Ost wird personell verstärkt. Diplom-Medizinerin Sabine Müller-El Kaissi arbeitet nach Angaben des Sana Gesundheitszentrums Niederlausitz an drei Tagen pro Woche in der ambulanten Praxis am Krankenhaus. Zugleich ist sie als leitende Oberärztin in der Klinik tätig. Damit verbindet ihre Arbeit die Versorgung in der Praxis mit der Behandlung im Krankenhaus.
Die Praxis betreut Patientinnen bei verschiedenen Fragen der Frauenheilkunde. Nach der Mitteilung gehören Vorsorge, Verhütung und Schwangerschaft ebenso zum Spektrum wie hormonelle Veränderungen und die Nachbetreuung nach einer Krebserkrankung. Welche Untersuchung oder Behandlung erforderlich ist, richtet sich nach dem jeweiligen Anlass.
Eine gynäkologische Praxis ist damit für viele Frauen eine Anlaufstelle über einen längeren Lebensabschnitt hinweg. Die Fragen können sich mit dem Alter und der persönlichen Situation verändern. Kontinuität bedeutet dabei nicht, dass alle Patientinnen dieselben Untersuchungen benötigen, sondern dass Beschwerden und Vorsorgebedürfnisse individuell eingeordnet werden.
Beschwerden, über die nicht immer leicht gesprochen wird
Zu den Schwerpunkten der Ärztin zählen nach Angaben des Gesundheitszentrums die Urogynäkologie sowie Senkungsbeschwerden und Inkontinenz. Solche Probleme können den Alltag und die Lebensqualität belasten. Gerade bei schambesetzten Beschwerden ist ein ärztliches Gespräch ein wichtiger erster Schritt, um die Situation beurteilen zu lassen.
Auch Endometriose gehört zu den genannten Arbeitsfeldern. Die Praxisankündigung ersetzt dabei keine Diagnose: Ähnliche Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Deshalb steht vor einer Behandlung die medizinische Abklärung. Aus der Aufnahme eines Schwerpunkts in das Praxisspektrum lässt sich noch keine bestimmte Therapie für eine einzelne Patientin ableiten.
Sabine Müller-El Kaissi studierte Medizin in der Ukraine und absolvierte ihre fachliche Weiterbildung in Erfurt. Nach einer Tätigkeit an der Klinik in Apolda führte ihr Weg in die eigene Praxis. Das Gesundheitszentrum verweist auf rund 30 Jahre Erfahrung in der ambulanten und stationären Versorgung.
Für den Standort Lauchhammer ist insbesondere die Verbindung beider Arbeitsbereiche relevant. Eine Untersuchung in der Praxis und eine mögliche weiterführende Krankenhausbehandlung sind unterschiedliche Schritte. Wenn medizinisch eine stationäre Abklärung oder ein Eingriff notwendig wird, kann die Kenntnis beider Versorgungsbereiche die fachliche Abstimmung unterstützen.
Behandlung gemeinsam besprechen
In der Mitteilung legt die Ärztin Wert darauf, Entscheidungen gemeinsam mit den Patientinnen zu treffen. Dazu gehört, Beschwerden ernst zu nehmen, Möglichkeiten verständlich zu erläutern und persönliche Wünsche in die Abwägung einzubeziehen. Das betrifft nicht nur größere Eingriffe, sondern auch Fragen zu Vorsorge, Verhütung oder hormonellen Behandlungen.
Die personelle Verstärkung beschreibt zunächst das Angebot am Standort. Sie enthält keine Zusage, dass für jede Anfrage sofort ein Termin verfügbar ist. Für die Region bedeutet sie jedoch, dass eine erfahrene Frauenärztin regelmäßig in der Lauchhammeraner Praxis arbeitet und zugleich im klinischen Bereich eingebunden bleibt.
Red/PM
Bild: GHZ / Steffen Rasche
