Richtfest für das Leistungszentrum Lausitz in Schwarzheide am 5. November 2026. Bild: Stadt Schwarzheide

Rohbau für Leistungszentrum Lausitz in Schwarzheide steht

Beim Leistungszentrum Lausitz in Schwarzheide ist ein wichtiger Bauabschnitt erreicht: Der Rohbau steht. Die Stadt als Bauherrin und Hentschke Bau haben am Donnerstag, 5. November 2026, Richtfest gefeiert. Auf dem Campus sollen künftig berufliche Ausbildung, Umschulung und Weiterbildung zusammenkommen – mit dem Ziel, den Fachkräftebedarf regionaler Unternehmen zu unterstützen.

Nach der gemeinsamen Pressemitteilung von Stadt und Bauunternehmen verlaufen die Arbeiten planmäßig. Die Grundsteinlegung fand im November 2025 statt. Der neue Standort entsteht an der Naundorfer Straße; insgesamt werden rund 140 Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Finanziert wird der Bau mit Bundesmitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregion und einer Kofinanzierung des Landes Brandenburg.

Was auf dem Campus vorgesehen ist

Auf rund 18.000 Quadratmetern sind Lern-, Lehr- und Praxisbereiche geplant. Die Mitteilung nennt eine Kapazität für bis zu 740 Personen. Damit ist die Größenordnung des gesamten Campus beschrieben; die Zahl steht nicht allein für Ausbildungsplätze. Das Zentrum soll unterschiedliche Wege beruflicher Qualifizierung an einem Standort bündeln.

Im Mittelpunkt stehen moderne Bedingungen für die praktische Aus- und Fortbildung. Dafür sind ein hoher Digitalisierungsgrad und neue Lehr- und Lernmethoden vorgesehen. Bürgermeister Christoph Schmidt hebt in der Mitteilung besonders Robotik als Lernschwerpunkt hervor, auch auf Facharbeiterebene. Die Angebote sollen damit auf technische Veränderungen reagieren, mit denen Betriebe und Beschäftigte im Arbeitsalltag umgehen müssen.

Als künftiger Betreiber bringt die TÜV Rheinland Akademie ihre Erfahrung in der beruflichen Qualifizierung ein. BASF wird nach Angaben von Arbeitsdirektorin Anne Francken nicht nur als Mieter am Standort vertreten sein, sondern dort auch in naturwissenschaftlichen Berufen ausbilden. Für Unternehmen aus der Region sollen dadurch zusätzliche Möglichkeiten entstehen, Nachwuchs und Beschäftigte bedarfsgerecht zu qualifizieren.

Landrat Alexander Erbert ordnet das Leistungszentrum als Ergänzung zu den bestehenden Ausbildungsangeboten des Oberstufenzentrums Lausitz ein. Der Neubau soll also die Bildungslandschaft im Landkreis erweitern. Der Schwerpunkt liegt auf zusätzlichen Möglichkeiten der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung in industriellen und technischen Berufsfeldern.

Richtfest ist noch kein Ausbildungsstart

Mit dem Richtfest ist ein Baufortschritt erreicht, der reguläre Bildungsbetrieb hat damit noch nicht begonnen. Hentschke Bau nennt in seiner veröffentlichten Projektplanung das erste Quartal 2028 als Ziel für die Fertigstellung. Für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ist deshalb die Unterscheidung zwischen dem heutigen Baustand und den späteren Angeboten wichtig.

Zum Projekt gehört auch ein Anspruch an nachhaltiges Bauen. Die Stadt strebt eine Zertifizierung nach dem System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen in der Qualitätsstufe Platin an. Im Juni 2026 berichtete sie über die Vorzertifizierung. Diese ist ein Schritt im Verfahren und bedeutet noch nicht, dass das fertige Gebäude das angestrebte Gütesiegel bereits erhalten hat.

Die Bedeutung des Vorhabens reicht über die Baustelle hinaus: Im Strukturwandel verändern sich berufliche Anforderungen und Qualifizierungsbedarfe. Das Leistungszentrum soll dafür zusätzliche Bildungsinfrastruktur in der Lausitz schaffen. Ob und wie stark die Angebote später Betriebe entlasten und neue berufliche Perspektiven eröffnen, wird sich mit der Fertigstellung und dem Betrieb zeigen.

Red/PM
Bild: Stadt Schwarzheide

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