Minimalinvasive Hernienoperation in Lauchhammer. Bild: SKN / Seenluft24

Hernienchirurgie in Lauchhammer: Welche Rolle zwei kleine Zugänge spielen

In Lauchhammer behandelt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Sana Kliniken Niederlausitz Leisten- und Bauchwandbrüche mit unterschiedlichen Operationsverfahren. Chefarzt Dr. Ahmad Oyais nutzt nach Angaben des Krankenhauses, wenn es die Befunde erlauben, einen minimalinvasiven Zugang mit nur zwei kleinen Schnitten. Anlass der aktuellen Information ist der bundesweite Tag der Hernie am 3. November 2026.

Eine Hernie ist ein Bruch beziehungsweise eine Lücke im stützenden Gewebe, etwa in der Bauchwand. Durch eine solche Schwachstelle können sich Bauchfell, Fettgewebe oder Darmanteile vorwölben. Je nach Lage sprechen Mediziner beispielsweise von einem Leisten-, Nabel- oder Narbenbruch. Mit einem Knochenbruch hat der Begriff nichts zu tun.

Für Betroffene ist wichtig, die Beschwerden und den Befund ärztlich einordnen zu lassen. Nicht jede Hernie wird gleich behandelt. Die Entscheidung hängt unter anderem davon ab, wo der Bruch liegt, wie ausgeprägt er ist und welche Begleiterkrankungen oder früheren Operationen vorliegen. Die Zahl der Hautschnitte allein beantwortet diese Fragen nicht.

Zwei Verfahren für Leistenbrüche

Bei einer Schlüssellochoperation werden eine Kamera und spezielle Instrumente durch kleine Zugänge eingeführt. Für Leistenhernien beschreibt die Klinik zwei etablierte Verfahren: die transabdominelle präperitoneale Plastik, kurz TAPP, und die totale extraperitoneale Plastik, kurz TEP.

Bei der TAPP führt der Zugang durch die Bauchhöhle. Bei der TEP bleiben die Instrumente außerhalb der Bauchhöhle in den Schichten der Bauchwand. Beide Verfahren sehen eine Netzeinlage zur Stabilisierung der Bruchregion vor. Nach Angaben von Sana werden in Lauchhammer beide Techniken eingesetzt; die Auswahl erfolgt anhand der individuellen Situation.

Die Klinik berichtet, dass Oyais in den vergangenen elf Jahren mehr als 900 Patienten mit der Doppel-Port-Methode behandelt hat. Diese Zahl beschreibt seine Erfahrung mit dem Verfahren. Sie ist weder eine Jahresfallzahl des Krankenhauses noch ein Nachweis dafür, dass die Methode für jeden Patienten die beste Wahl ist.

Als Vorteile der zwei Zugänge nennt der Chefarzt weniger Schmerzen, kleinere Narben und ein geringeres Komplikationsrisiko. Das sind Angaben des behandelnden Krankenhauses. Eine individuelle Erfolgsgarantie lässt sich daraus nicht ableiten. Das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erläutert zu Leisten- und Schenkelbrüchen bei Frauen, dass Studien zwischen TAPP und TEP keine wesentlichen Unterschiede bei Schmerzen, Nebenwirkungen und Rückfällen zeigen. Auch diese Einordnung ersetzt die konkrete ärztliche Entscheidung nicht.

Untersuchung, Erholung und mögliche Komplikationen

Zur Abklärung gehören in Lauchhammer zunächst Tastuntersuchungen. Je nach Befund können Ultraschall, Magnetresonanztomographie oder Computertomographie hinzukommen. Die Klinik behandelt neben Leistenbrüchen unter anderem auch Nabel- und Narbenhernien sowie erneut auftretende Brüche, sogenannte Rezidivhernien. Seit 2024 trägt die Fachabteilung nach eigenen Angaben das Gütesiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Herniengesellschaft.

Gefährlich kann ein Bruch werden, wenn sich etwa Darmanteile in der Öffnung einklemmen und abgeschnürt werden. Sana weist darauf hin, dass dann schwere Komplikationen bis hin zum Darmverschluss möglich sind. Die Bezeichnung „minimalinvasiv“ beschreibt deshalb den Operationszugang, nicht die grundsätzliche Harmlosigkeit der Erkrankung.

Zur Erholung setzt die Klinik auf das ERAS-Konzept. Die Abkürzung steht für „Enhanced Recovery after Surgery“, also eine verbesserte Erholung nach einer Operation. Dazu zählt das Krankenhaus eine ausführliche Vorbereitung der Patienten, gewebeschonendes Operieren und eine früh beginnende Mobilisierung.

Ein ambulanter Eingriff mit Entlassung noch am selben Tag kann nach Angaben der Klinik in vielen Fällen möglich sein. Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist und welche Belastungen danach erlaubt sind, muss das Behandlungsteam festlegen. Die aktuelle Mitteilung kündigt keine öffentliche Patientenveranstaltung am Tag der Hernie an.

Red/PM
Bild: SKN / Seenluft24

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