Center Parcs plant 300-Millionen-Euro-Ferienpark im Lausitzer Seenland
Zwischen Sedlitzer und Partwitzer See könnte eines der größten Tourismusprojekte Brandenburgs entstehen. Center Parcs plant auf rund 90 Hektar einen ganzjährig geöffneten Ferienpark mit bis zu 700 Ferienhäusern.
Im Lausitzer Seenland nimmt ein touristisches Großprojekt Gestalt an. Center Parcs will im brandenburgischen Teil der Lausitz einen neuen Ferienpark entwickeln. Das Unternehmen gab seine Pläne bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg in Senftenberg bekannt. Das vorgesehene Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 300 Millionen Euro.
Entstehen soll der Ferienpark auf einem rund 90 Hektar großen Areal zwischen dem Sedlitzer und dem Partwitzer See. Damit liegt das geplante Gelände unmittelbar im Fünf-Seen-Verbund, der Ende Juni 2026 eröffnet wurde und mehrere Seen des Lausitzer Seenlandes miteinander verbindet.
Nach den bisherigen Planungen sollen auf dem Gelände zwischen 500 und 700 Ferienhäuser entstehen. Center Parcs setzt dabei auf einen ganzjährig geöffneten Ferienpark, der nicht nur während der klassischen Sommer- und Ferienzeiten Gäste anziehen soll. Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums wird mit einer durchschnittlichen jährlichen Auslastung von rund 75 Prozent gerechnet. Daraus könnten rund 800.000 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr resultieren.
Die Dimension macht deutlich, welche Bedeutung das Vorhaben für den Tourismus im Lausitzer Seenland bekommen könnte. Das Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass die vorgesehene Bettenkapazität das Potenzial besitzt, die Zahl der Übernachtungen in der gesamten Urlaubsregion deutlich zu steigern. Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement spricht sogar davon, dass sich die Übernachtungszahlen im Lausitzer Seenland insgesamt verdoppeln könnten.
Geplant ist allerdings deutlich mehr als eine reine Ferienhaussiedlung. Der Park soll verschiedene Freizeit-, Einkaufs-, Unterhaltungs-, Erlebnis- und Sportmöglichkeiten für Familien bieten. Zu den zentralen Bestandteilen soll auch das für Center Parcs typische Erlebnisbad „Aqua Mundo“ gehören. Damit soll der Ferienpark unabhängig von Wetter, Jahreszeit und Ferienzeiten als Reiseziel funktionieren.
Gerade dieser Ganzjahresansatz könnte für die Region eine wichtige Rolle spielen. Das Lausitzer Seenland hat sich in den vergangenen Jahren aus einer früher vom Braunkohlebergbau geprägten Landschaft zu einer Tourismusregion mit zahlreichen Seen und neuen Angeboten entwickelt. Das Wirtschaftsministerium verweist dabei unter anderem auf Erholungs-, Kultur-, Gastronomie-, Aktiv-, Natur- und Familienangebote, die rund um die neu entstandene Seenlandschaft wachsen.
Mit dem geplanten Center-Parcs-Standort würde nun ein international bekannter Ferienparkanbieter in diesen Entwicklungsprozess einsteigen. Brandenburgs Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement bezeichnet das Projekt als eines der größten touristischen Entwicklungsvorhaben im Land. Sie verbindet damit neben zusätzlichen Gästen auch Erwartungen an Beschäftigung und regionale Wertschöpfung.
Bis tatsächlich gebaut werden kann, stehen allerdings zunächst umfangreiche Vorbereitungen an. Mit der Bekanntgabe beginnt nach Angaben des Ministeriums jetzt die erste Projektphase. In dieser soll die konkrete Gestaltung des Ferienparks entwickelt werden. Dazu gehören Untersuchungen und Prüfverfahren sowie Abstimmungen mit Kommunen, Behörden und weiteren kommunalen Akteuren.
Wie genau der Park am Ende aussehen wird, welche einzelnen Einrichtungen entstehen und wann die Bauarbeiten beginnen könnten, geht aus der bisherigen Mitteilung noch nicht hervor. Auch ein möglicher Eröffnungstermin wird bislang nicht genannt.
Fest steht damit zunächst: Center Parcs hat grünes Licht für die weitere Entwicklung des Projektes gegeben. Sollte der geplante Ferienpark mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Euro tatsächlich umgesetzt werden, würde zwischen Sedlitzer und Partwitzer See eine der größten neuen touristischen Anlagen im Lausitzer Seenland entstehen.
Red/PM
Bildhinweis: KI-generiertes Beispielbild