Die Louis-Schiller-Medaille. © Stadt Finsterwalde/Paula Hromada

Finsterwalde ehrt Torsten Ratke für seinen Einsatz am Bahnhof

Finsterwalde zeichnet Torsten Ratke mit der Louis-Schiller-Medaille 2026 aus. Die Stadtverordneten haben ihn in geheimer Abstimmung ausgewählt. Gewürdigt wird vor allem sein Einsatz für das historische Bahnhofsgebäude und dessen Umfeld; die Verleihung ist für den 4. Dezember in der Kulturweberei vorgesehen.

Nach Angaben der Stadt lagen mehrere Vorschläge für die Bürgerverdienstmedaille vor. Ratke setzte sich bei der Auswahl durch. Die Verwaltung hebt hervor, dass er mit persönlichem Einsatz und unternehmerischem Engagement zum Erhalt des Bahnhofs beigetragen hat. Damit richtet sich die Ehrung auf ein Gebäude, das für viele Reisende den ersten Eindruck von Finsterwalde prägt.

Die Entscheidung über den Preisträger und die feierliche Übergabe sind zwei getrennte Schritte: Bekanntgegeben wurde die Auswahl am 30. Oktober. Die Medaille wird erst im Dezember überreicht. Vorgesehen ist die Ehrung beim gemeinsamen Jahresabschlussempfang der Stadt Finsterwalde, der Stadtwerke und der städtischen Wohnungsgesellschaft.

Bahngeschichte und Ausbildung am selben Ort

Der Bahnhof ist auch mit Ratkes beruflichem Engagement für die Eisenbahn verbunden. Der ETCS-Campus in Finsterwalde bietet Räume und technische Anlagen für die Aus- und Weiterbildung in der Bahnbranche. Dazu gehören Lehrstellwerke und Anlagen für Bahnbetrieb, Sicherungs- und Telekommunikationstechnik. Historische Technik erhält dort eine weitere Aufgabe als Anschauungs- und Übungsmaterial.

Wie der Campus in einem eigenen Bericht vom April 2025 erläutert, wurde beispielsweise ein elektronisches Stellwerk des Typs Simis-C nach langer Lagerung für eine Nutzung als Lehranlage aufgearbeitet. Ein weiterer Bericht beschreibt den Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Seminargebäude und die Verlegung des Fahrkartenschalters in einen sanierten Anbau. Diese Angaben dokumentieren frühere Entwicklungsschritte; sie sind keine Ankündigung neuer Bauarbeiten.

Der lokale Nutzen geht damit über die Bewahrung einer historischen Fassade hinaus: Das Gebäude bleibt mit dem Eisenbahnwesen verbunden und wird für dessen Fachkräftebildung genutzt. Die Stadt stellt bei ihrer Auszeichnungsentscheidung jedoch ausdrücklich den Erhalt des Bahnhofs und die Entwicklung seines Umfelds in den Vordergrund.

Wofür die Louis-Schiller-Medaille steht

Die Bürgerverdienstmedaille vergibt Finsterwalde seit dem Jahr 2000 an besonders engagierte Menschen. Benannt ist sie nach dem Lehrer Louis Schiller, der 1860 in die Stadt kam und sich für das Gemeinwohl einsetzte. Zu seinen Tätigkeitsfeldern gehörten Feuerwehr, Vereinsleben und Musik.

Die Reihe der bisherigen Ausgezeichneten zeigt, wie unterschiedlich dieses Engagement aussehen kann. 2025 ehrte die Stadt Annette Fähnel für ihren Einsatz im musikalischen und kulturellen Leben. Im Jahr zuvor erhielt die Familie Schiller die Medaille für die Organisation der Finsterwalder Stadtgespräche und den Erhalt des historischen Alten Speichers. Mit Ratke steht 2026 nun die Pflege eines anderen stadtprägenden Ortes im Mittelpunkt.

Red/PM
Bild: © Stadt Finsterwalde/Paula Hromada

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