Lausitzer Seenland erhält 1,2 Millionen Euro für gemeinsame Tourismusstrategie

Das Lausitzer Seenland soll sich in Brandenburg und Sachsen stärker als gemeinsame Urlaubsregion entwickeln. Dafür erhält der Tourismusverband Lausitzer Seenland nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm STARK. Das auf vier Jahre angelegte Vorhaben soll touristische Betriebe, Kommunen und Menschen vor Ort zusammenbringen.

Zusammen mit einem Eigenanteil des Verbandes von 200.000 Euro stehen für das Projekt insgesamt rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der offizielle Auftakt ist für den 26. November 2026 angekündigt. Die Förderung kommt nach Angaben des Verbandes vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Was mit der Förderung erarbeitet werden soll

Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, wie sich das Seenland als zusammenhängendes Reiseziel positionieren kann. Der Fachbegriff dafür lautet Destinationsentwicklung: Gemeint ist die gemeinsame Entwicklung einer Urlaubsregion, die aus vielen Orten, Betrieben und Angeboten besteht. Das neue Projekt trägt entsprechend den Titel „Länderübergreifende Destinationsentwicklung des Lausitzer Seenlandes“.

Am Anfang ist eine Marktforschung vorgesehen. Sie soll untersuchen, wie bekannt die Marke Lausitzer Seenland ist und welche Vorstellungen Gäste mit ihr verbinden. Zugleich sollen Einschätzungen aus der Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft zur bisherigen Entwicklung einfließen. Erste Ergebnisse erwartet der Tourismusverband im Sommer 2027.

Aus den Daten sollen anschließend Stärken, Chancen und Entwicklungsbedarfe abgeleitet werden. Geplant ist eine gemeinsame Strategie mit Entwicklungszielen, konkreten Handlungsempfehlungen und Maßnahmen für die Kommunikation. Die jetzt angekündigte Förderung ist damit vor allem auf die strategische Zusammenarbeit ausgerichtet. Konkrete neue Bauvorhaben oder einzelne Investitionen an den Seen nennt die Mitteilung nicht.

Warum die Zusammenarbeit für die Region wichtig ist

Der touristische Raum endet nicht an der Landesgrenze. Das zeigt der im Juni 2026 eröffnete schiffbare Seenverbund: Er verbindet Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See über Kanäle miteinander. Für die Region rund um Senftenberg und Großräschen ergeben sich daraus Verbindungen zum sächsischen Teil des Seenlandes. Die Entwicklung der ehemaligen Bergbaulandschaft bildet den Hintergrund des neuen Vorhabens.

Der Tourismusverband verweist auf gestiegene Übernachtungszahlen im brandenburgischen Teil der Region. Nach seinen bislang vorliegenden Angaben lag die Zahl im Juli um 8,2 Prozent und im August um 3,5 Prozent über dem jeweiligen Vorjahresmonat. Diese Werte beziehen sich auf zwei Sommermonate und auf den brandenburgischen Teil; sie sind keine Jahresbilanz für das gesamte Seenland.

Mit dem Projekt will der Verband die wirtschaftlichen Chancen des Tourismus langfristig stärken. Dabei sollen ausdrücklich auch die Lebensbedingungen und Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung berücksichtigt werden. Einbezogen werden sollen Kommunen, touristische Akteure, Vereine, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger.

Für die Beteiligung sind Workshops, Arbeitskreise, Befragungen und Netzwerktreffen vorgesehen. Dort sollen unterschiedliche Sichtweisen zusammengeführt und gemeinsame Prioritäten entwickelt werden. Konkrete öffentliche Beteiligungstermine oder eine Anmeldung nennt die aktuelle Mitteilung noch nicht. Der nächste benannte Meilenstein ist zunächst der Projektauftakt Ende November; erste belastbare Erkenntnisse aus der Marktforschung sollen im folgenden Sommer vorliegen.

Red/PM
Bild: Tourismusverband Lausitzer Seenland, Steffen Rasche